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2007



12.12.2007

Heute möchte ich wieder mal über Bücher sprechen. Vor ein paar Wochen hat uns ein lieber Bekannter das Buch:" die Farm in den grünen Bergen" von Alice Herdan-Zuckmayer geschickt."Es erinnert mich an euch und euer Leben", meinte er, und hat voll ins Schwarze getroffen. Ich fand viele Parallelen und viele Anregungen in diesem Buch. Neben den Schwierigkeiten, die der Alltag auf einem Hof mit Tieren mit sich bringt, erfährt man auch ein bisschen über amerikanische Geschichte, die Entwicklung der landwirtschaftlichen Technisierung und erhält letztendlich einen Einblick in das Zuckmayersche Leben.Der humoristische Stil, in dem sie ihre Schilderungen wiedergibt, verleitet immer wieder dazu amüsiert zu lächeln. Was mich persönlich angesprochen hat, war das Bedürfnis nach geistig-intellektueller Auseinandersetzung, das trotz der Begeisterung über die Einfachheit und Intensität des bäuerlichen Lebens zu spüren ist. Auch ich versuche immer wieder diese beiden Aspekte in meinem Leben auszuloten, was aufgrund der vielfältigen alltäglichen Aufgaben manchmal einem Drahtseilakt gleichkommt.
Damit komme ich zum nächsten Buch, das ich glücklicherweise noch nicht ausgelesen habe, und damit jeden Morgen, bevor ich in den Tag starte, meinen hungrigen Geist und meine Seele nähren kann. "Die Hexe von Portobello" von Paolo Coelho ist das Buch, von dem ich spreche. Als ich vor Kurzem in der Bibliothek war, hat mich dieses Buch angelacht und aufgefordert es mitzunehmen. Spontan legte ich es der Bibliothekarin auf die Theke, obwohl ich mich bis dato ausser an Sachbücher in schwedischer Sprache, noch an keinen Roman in einer Fremdsprache gewagt habe. Nun empfinde ich tiefe Freude, dass ich, dank Coelhos klarer Sprache, keine Probleme habe, dieses Buch auf schwedisch zu lesen. Faszinierend für mich ist auch, dass die Weisheiten, die Coelho vermittelt unabhängig von irgendeiner Landessprache sind, denn sie werden mit der Sprache verstanden, die alle Menschen sprechen sollten: der Sprache des Herzens.

 

07.12.2007
Nun ist der vorweihnachtliche Stress hautnah. Nie schaffe ich soviel, wie ich mir vorgenommen habe, aber auch da bekommt man Routine. So wie mit Neuzugängen im Stall. Unglaublich, wie alle aufgewirbelt werden. Die Lamas verlassen nur vorsichtig den Stall, Erika versteckt sich zwischen den Lamas und die Schafe formatieren sich am Zaun, jederzeit bereit zu flüchten, falls es mit der Neuen gefährlich wird. Naja und wir als Pferdeunerfahrene müssen uns auch erst daran gewöhnen, dass es schnaubt und stampft in unserem Stall. Wir alle haben allerdings heimvorteil gegenüber Ronja, für die ein Umzug nach zwölf Jahren sicher ein gewaltiger Schritt ist. Wie uns Tommie, ihr vorheriger Besitzer allerdings mitteilte, ist Ronja die Ausgeburt der Ruhe.Tatsächlich hat sie sich von Holger ohne Probleme die Beine anheben und die Trense ins Maul schieben lassen. Nach Lucia bekommt Holger Nachhilfe in Schlitten und Kutschefahren. Ronja braucht keinen Unterricht, für sie ist das Routine und ihre Lieblingsbeschäftigung ist Arbeiten im Wald.

Ronja, unser Neuzuwachs----------------------------------- braucht es da Erklärungen?


29.11.2007
Wir sind herrlich eingeschneit. Eine dicke, weisse Decke hat sich über die Natur gelegt und dämpft auch die Laute auf ein angenehmes Niveau. Holger hat den Schneeschieber zum erstenmal an den Traktor gehängt und es ist urgemütlich. Ich liebe diese Zeit vor Weihnachten. Tee, Kerzen, Räucherstäbchen, die Vorfreude auf Weihnachten, ein bisschen geistiger Stress, aber noch nicht zu sehr. Dieses Jahr kommen alle :Simon, Manu, Asa(osa gespr.,ich hab immer noch nicht das schwedische o,nämlich a mit Kringel drauf eingestellt), Lisa und Tobias. Am Sonntag haben wir noch einen Markt und dann stürze ich mich in die Weihnachtsvorbereitungen. Vorgestern hat mich eine Journalistin einer deutschen Tageszeitung interviewt. Es war lustig, von jemandem angerufen zu werden, den man nicht kennt und wiedermal vertrautes schwäbisch zu hören. Jedenfalls ist mir beim Erzählen über unser Leben bewusst geworden, welch ein privilegiertes Leben wir führen und wie glücklich ich darüber bin.

26.11.2007
Es ist mal wieder Zeit, ein bisschen von unserer Tierwelt zu erzählen.
Kaninchen:
Unser Kaninchenstand hat sich im Sommer durch das Zusammenleben von Lakritze und Astrid sehr potenziert. Eine unserer Häsinnennachkommen wollte nie im Verband mit den anderen leben. Nach mehrmaligen erfolgreichen Ausbruchsversuchen beschlossen wir im Sommer, ihr vorläufig die gewünschte Freiheit zu schenken. Seither lebt Elisabeth auf unserem Hof auf freiem Fuss. Pünktlich zu den Stallzeiten findet sie sich ein, um ihre Futterration zu bekommen. Ansonsten sieht man sie hie und da über den Hof hoppeln. Balthasar, ein Hasenjunge hat irgendwann seine Liebe für Elisabeth entdeckt und sich aus seinem Auslauf freigebuddelt, um fortan mit seiner Geliebten gemeinsam über den Hof zu hoppeln. Gestern nun konnten wir zum erstenmal die Früchte dieser Liebe bewundern: 7 schwarze, hoppelnde Wollknäuel, die Elisabeth, nachdem sie jetzt alt genug waren zur Stallzeit mitgebracht hat. Balthasar haben wir seit ein paar Tagen wieder im Stall, da wir eine explosive Entwicklung der Hasenpopulation auf unserem Hof doch vermeiden wollen. Elisabeth werden wir im Laufe des Winters mit ihrem Nachwuchs wahrscheinlich auch ein quartieren.
Hühner:
In unserem Hühnerhaus leben die unterschiedlichsten Hühnerrassen, angeleitet von 3 Hähnen. Die meiste Freude haben wir im Moment an unseren 2 Zwerghühnern Camilla und Betulia, die der Rasse Millefleur angehören und unglaublich süss sind. Auf Grund der Jahreszeit sind sie gerade nicht sehr legefreudig, was sich im Laufe der Wochen wieder gibt.
Kühe:
Elfriede und Blenda führen ein beschauliches Kuhdasein, in dem sie Leckerbissen nie abgeneigt sind. Elfriede wurde vor 2 Wochen seminiert, und wir können hoffentlich im August Nachwuchs von ihr erwarten. Blenda hat mir im Laufe der letzten drei Jahre ca. 3000l Milch überlassen, worüber ich ihr sehr dankbar bin.
Ziegen:
So lebendig unsere Ziegen sind, so lebendig ist auch das Kommen und Gehen. Jeden Frühling werden süsse Zicklein geboren, und jeden Herbst müssen wir uns von einem Teil wieder verabschieden. Nachdem wir dieses Jahr einige Mädels bekommen haben, werden in den nächsten Wochen drei unseren Hof verlassen, allerdings haben wir gute Plätze für sie gefunden. Die erwachsenen Ziegen liefern mir jeden Tag die Grundlage für meinen leckeren Käse und messmör. Ziegen sind sehr individuell und ich könnte Seiten füllen, um über sie zu berichten, was den Rahmen dieses Berichtes sprengen würde.
Schafe:
Unsere Schafe sind wollig, warm und gemütlich. Die Anzahl müssen wir auf Grund der Stallgrösse im Herbst immer auf ca. 15 Tiere reduzieren, was allerdings auch feines Lammfleisch und Felle bringt. Die schönsten Mädchen dürfen bleiben. Helena und Holger führen genau Buch über sie, wobei Helena massgeblich an der Namensgebung beteiligt ist, und auch immer weiss, wer mit wem in welchem Verwandschaftsverhältnis steht. Ich habs irgendwann aufgegeben, und informiere mich weitgehend bei meiner Tochter.
Lamas:
Die Lamas sind meine Spezialität. Abend für Abend sonne ich mich in ihren angenehmen Energien. Dass ich manchmal auch in die Schusslinie gerate, wenn sie sich mit Körnern bespucken, stört mich nicht, weil ich meistens frühzeitig reagiere und kurzfristig abtauche. Otto brummelt abends oft so lange, bis ich die Bürste hole und seinem wolligen Fell zu Leibe rücke. Auch Leila geniesst die Körperpflege, während Alice sich immer noch sehr pikiert abwendet, wenn ich mich ihr statt mit Schrot, mit der Bürste nähere. Aber das macht nichts, früher oder später krieg ich sie alle. Es gibt noch viel zu lernen für mich, was die Körpersprache dieser Tiere betrifft, was ich als eine herrliche Herausforderung empfinde.
Nora:
Nora ist nach wie vor eine treue Seele, die sich durch absolute Freundlichkeit auszeichnet. Manchmal denke ich an die Zeit, wenn wir einmal auf ihre angenehme Gesellschaft verzichten müssen, was bestimmt nicht leicht wird.
Setos:
Setos ist eine morgendliche und abendliche Nervensäge, auf die wir auf gar keinen Fall verzichten wöllten. Fleissig hält er unser Haus mausfrei, wofür er auch ein paar Ansprüche stellen darf.

Im Moment ist Holger im Stall und nimmt wieder einmal einen der ungezählten Umbauten im Stall vor. Der Grund dafür ist, dass das Schicksal uns eine schon etwas betagte, aber trotzdem noch arbeitswillige Pferdedame zugespielt hat, die in ca. einer Woche Einzug bei uns halten wird. Über sie berichte ich später, was dann auch mit einem Bild kommentiert wird.
Auch auf den Bericht über Erika, unsere Nandudame, unsere Meerschweinchen und Zwerghasen verzichte ich für heute, da ich mich jetzt gleich auf den Weg bzu einer Sitzung machen muss.

 

19.11.2007
Heute lacht die Sonne draussen und die Temperaturen sind uns wohlgesonnen. Nach Weihnachten sieht es noch nicht aus, obwohl wir den ersten Weihnachtsmarkt hinter uns haben. Meine Zwerge fanden solchen Anklang, dass ich sie Ruckizucki verkauft hatte. Wurst, Käse und messmör wurden genauso gerne gekauft, wie die warmen Lamasocken, die wir angeboten haben. Die Stimmung war schön und alle haben viel gelacht. Es ist ein gutes Gefühl, akzeptiert zu sein.
Vor ein paar Tagen habe ich mit einer Elternvertreterin von Helenas Klasse gesprochen und habe ihr unter anderem gesagt, dass ich finde, dass wenn unsere Kinder in die Ritterschule gehen, um zu lernen, wie man sich in der Gruppe mit anderen Menschen verhält, sollten die Erwachsenen mit Beispiel vorangehen. Vor Kurzem hatte Helenas Klasse nämlich einen Verkaufsstand vor einem Supermarkt in Malung. Die Eltern, die dabei waren, grüssten mich nicht einmal. Als ob ich Luft wäre, haben sie geflissentlich durch mich hindurchgeschaut. Und das nach 4 Jahren. "Sie müssen mich nicht umarmen, aber wenigstens grüssen," liess ich die Elternvertreterin wissen. So isch deees. Es ist doch leichter, Geld nach Afrika zu schicken, als mit Fremden im eigenen Städtchen umzugehen. Das gilt auch für das soziale Schweden. Selbst in der Pommesstube gibt es ein Kästchen für die armen Negerlein. Ein Mann aus Somalia hat mir erzählt, als er ein Praktikum im Altersheim in Malung machte, haben sich die meisten allerdings dagegen verwehrt, von einem "Schwarzen" angefasst zu werden. Ein Mann aus Südschweden, der in unseren Wald gezogen ist, brauchte 5 Jahre, bis er, selbst als Schwede, von der Bevölkerung akzeptiert wurde. Da geht es uns doch noch ganz gut, weil die meisten Menschen doch nett zu uns sind.
Vor einer guten Woche ist Dinah, Holgers langjährige Mitarbeiterin in der Stadtjugendpflege Heubach, mit 36 Jahren an Krebs gestorben. Wir sind betroffen und haben versucht einen Einblick in ihr Leben in den letzten 2 Jahren, seit wir keinen Kontakt mehr hatten, zusammenzupuzzeln. Der Tod begleitet stetig das Leben. Um so näher man Gestorbenen steht, umso verletzter wird man durch die entgültige Trennung in diesem Leben. Denkt man gar an den eigenen Tod, versucht man sich lieber abzulenken und an etwas anderes zu denken. Tritt der Tod plötzlich ein, ist es schrecklich für die Angehörigen, müssen sich Sterbende lange quälen, ist es ein harter Weg für den oder die Sterbende/n. Sind die Menschen jung, trifft es doppelt hart. Die meisten Lebewesen möchten nicht sterben. Dieser Überlebenstrieb steckt im Leben selbst. Das Leben will gelebt sein. Wann und wie es zu Ende geht, entscheiden nicht wir. Ob der Moment richtig oder falsch ist , liegt im Auge des Betrachters und ist eine subjektive Bewertung. Nur eines ist klar: keiner entgeht dem Tod! Dinah hat sich mit ihrem Leben und Sterben mit den Instrumenten auseinander gesetzt, die ihr zur Verfügung standen. Wahrscheinlich werden wir das alle so tun, jeder auf seine individuelle Art. Für mich persönlich gilt, dass ich versuche mich mit dem Tod anzufreunden, ohne den es kein Leben gäbe. Es gelingt mir mal besser und mal schlechter. Ein kluger Mensch hat mal gesagt, solange ein Mensch im Geiste der anderen weiterlebt, ist er nicht entgültig gestorben. Dem kann ich zustimmen. Oft spüre ich die Gegenwart verstorbener Menschen und Tiere mit denen ich im Leben verbunden war.

Weihnachtsmarkt in Östra Näsberget--------------Meine tomte, die ich für den Markt genadelt habe


07.11.2007
Aus dem Protokoll eines Treffens der Elternbeiräte, Rektorin und Lehrer/innen der Schule, auf die Helena geht , konnte ich entnehmen, dass Malung sich verpflichtet hat, für die nächsten 3 Jahre 40 Erwachsene und 20 Kinder, die "Klimaflüchtlinge" sind, aufzunehmen. Den Lehrer/innen wird empfohlen, Seminare zu besuchen, die eine Aufklärung über die kulturellen Hintergründe der genannten Menschengruppe zum Inhalt haben sollen. Als Beispiele für "Klimaflüchtlinge"wurden Indonesier und Holländer genannt !
Interessant ist , dass wir für neue Probleme einfach neue Wörter erfinden und diese, ohne gross zu fackeln in unseren Alltag einbauen. Hauptsache, das Leben geht weiter!
Ganz nett finde ich auch, dass der schwedische Umweltminister die Menschen auffordert, zukünftig wieder mehr Brunnen-bzw.Leitungswasser zu trinken, während der neuseeländische Umweltminister die Anzahl der rülpsenden Schafe in seinem Land verringern will. Was diese beiden Dinge miteinander zu tun haben? Rülpsende Schafe und das Öffnen kohlensäurehaltiger Getränke erhöhen den CO2 Ausstoss! Und wenn ihrs bis jetzt nicht wusstet, so seid es nunmehr zukünftig gewahr: Schuld am ganzen Umweltproblem sind Schafe und Limonade, Neuseeland und Schweden! Da wird mir gerade bewusst, dass auch ich mit meinen Limonadetrinkenden Kindern und meinen rülpsenden Schafen zu den Hauptumweltverschmutzerinnen gehöre. Womöglich habe ich in meiner Dummheit Menschen zu "Klimaflüchtlingen" gemacht? Die Welt möge mir verzeihen!

31.10.2007
Listenwirtschaft: um uns und unsere Hirne zu entlasten, schreiben wir Listen;Listen fürs Einkaufen, Listen für das, was in der Stadt erledigt werden muss, Listen für das, was in Kürze erledigt wird, für das was in Zukunft erledigt wird, für das, was wir in einem geschäftlichen Gespräch ansprechen wollen, und Listen für das, was man am Pc erledigen muss. Und das Allerschönste ist, wenn man den Stift nehmen kann und Erledigtes durchstreicht. An Tagen, an denen wir Frust kriegen, weil wir das Gefühl haben, nichts geschafft zu haben, schauen wir auf unsere Listen (vorzugsweise die Langzeitliste) und sind erstaunt, wie fleissig wir waren. Und dass uns die Listen ausgehen, brauchen wir auch nicht befürchten.

Morgenfrostzauber---------------------------------Lichtblick: unser vedbod



27.10.2007
Das Wetter wechselt von Tag zu Tag.Vorgestern nasskalter Nebel, gestern strahlender Sonnenschein und heute Wolken bis auf den Boden. Unsere Holzhütte ist Holgerseidank fertig und wir dürfen hoffen, ab nächstem Jahr endlich trockenes Holz verbrennen zu können. Ich träume von einem "kökspanna", das ist ein Holzofen in der Küche, der mit einem Ackumulationstank verbunden ist, und wenn eine Strompatrone vorhanden ist automatisch auf Strom umschaltet, falls mal niemand zuhause ist. Die Krönung hierfür wäre noch eine Solarzelle, die den Strom liefert. Der Ofen funktioniert wie eine Zentralheizung und eine Fussbodenheizung wäre auch kein Problem. Mal sehn was der Spass oder vielmehr die Wärme kostet.
Gestern hat unsere alte Gefriertruhe den Geist aufgegeben. Holger hat den ganzen Tag Fleisch entbeint, um es anschliessend zu unserem "Wurster" nach Lima zu bringen, der uns hoffentlich gute Salami daraus bereitet.
Tim ist nachwievor schwierig mit Tendenzen rauf und runter. Leider müssen wir einsehen, dass er sich im sozialen Bereich in den 2 Jahren, seit er bei uns lebt, nur minimal weiterentwickelt hat, was auf seine Funktionsstörungen im Hirn zurückzuführen ist.
Dafür entwickelt sich unsere Sprachvermögen im schwedischen langsam, aber doch kontinuierlich weiter. Manchmal könnte ich aus der Erinnerung nicht mehr sagen, ob ich mit jemandem deutsch oder schwedisch gesprochen habe. Vor kurzem allerdings hatte ich Sprachprobleme mit einer Berlinerin, die mit meinem schwäbischen Dialekt nicht besser zurande kam, wie Schweden mit meiner merkwürdigen Aussprache. "Om oise kommer mr," musste ich ihr dolmetschen, da ihr die genannte Uhrzeit nicht ganz klar war. Soviel zum Thema Verständigung.

22.10.2007
Wir hatten eine Woche frei, da wir so viele Überstunden hatten, dass es dringend notwendig war, ein bisschen Abstand zu bekommen. Holger und ich haben in dieser Woche einfach nur einen normalen Alltag genossen. Seit zwei Jahren hatten wir dies nicht mehr. Am Donnerstag hatten wir mit Lukas zusammen das obligatorische Gespräch mit der Klassenlehrerin in der Schule. Es war total interessant, zumal sie uns einiges über das schwedische Schulsystem erzählte. Auch bestätigte sie die Schwachpunkte an der Schule, die Jonathan und Lukas besucht hatten. Holger und ich dachten immer, dass wir, geprägt durch deutsche Schulen, vielleicht nicht genug Verständnis für den schwedischen laissezfair- Unterricht hätten. Aber nicht alle befürworten diesen Stil. Lukas ist in die leistungsstärkste Gruppe eingeteilt, und bekommt in manchen Fächern schwierigere Aufgaben, da manches einfach zu leicht für ihn ist. Nur im Sportunterricht müssen meine zwei Denker jetzt richtig bluten." Eure Kondition ist geradezu kränklich erbärmlich," so die Aussage des Sportlehrers. Die Jungs sind es zufrieden, ein bisschen hart herangenommen zu werden. Auch bei Helenas Gespräch, das heute stattfand, gab es nur Lob ob meines geratenen Kindes.
Am Freitag wurden Lukas die Stifte aus seinem Handknochen entfernt, was er mit bravour hinter sich brachte. Bei der anschliessenden Krankengymnastik äusserte er seine Schmerzen durch ein regelmässig in den Raum geworfenes:"fy fan", was vielleicht durch" verdammte Scheisse" übersetzt werden kann. Die Krankengymnastin nahms gelassen. Sie erzählte uns, dass sie mal eine Deutsche trainieren musste, die zu ihrem Mann sagte:" wenn sie jetzt nicht aufhört, schlage ich sie." Was die Deutsche nicht wusste war, dass ihre Worte verstanden wurden. Krankengymnastik hat auch seine harten Seiten.
Als ich heute durch den Wald nach Hause fuhr, humpelte ein Fuchs über den Weg. Er hatte ein Hinterbein angewinkelt, und blieb am Wegrand stehen, als ich anhielt. Am liebsten hätte ich ihn ins Auto gepackt und mitgenommen. Da vergass ich auch, dass es die Füchse sind, die uns immer wieder eine Ente oder ein Huhn klauen.


Åke und Holger beim Brettersägen----------------Jonathan und "Horschd" beim puzzeln




10.10.2007
Ich weiss, dass ich gerade nicht sehr oft Tagebuch schreibe. Das liegt nicht daran, dass es keine Tage gäbe, oder an diesen nichts passiert, sondern eher daran, dass ich mich in letzter Zeit eher weinerlich angehört hätte, wenn ich öfters geschrieben hätte, da mich voll der "Jobfrust" gepackt hat, und mich diese Stimmung zum lamentieren verführt hätte. Wer will sowas schon lesen? Nicht, dass die Problematik sich gelöst hätte, aber zumindest bin ich zu einer geistigen Klarheit gelangt. Also weiter zu anderen Themen: in Östra sind 58 schiesswütige Jäger zu Gange, die seit Montag 7 Elche erlegt haben. Helena macht sich einen Spass daraus, denjenigen, die sich am Strassenrand gewichtig possitioniert haben, zuzuwinken. Ein aufgeklärter Stockholmer Schauspieler zu dieser Inszenierung: der letzte Rest von Machogehabe der männlichen Welt. In den Nachrichten gestern Abend wurde berichtet, dass der Bär, der in Jämtland einen Mann getötet hat, Gottseidank erlegt wurde. Vergessen wurde zu sagen, dass der Bär sich verteidigt hatte, weil schliesslich die Jäger ihm an den Kragen wollten, und nicht umgekehrt.
Gestern habe ich zu Ake gesagt: Ich plädiere dafür, dass die schwedischen Mütter sich mehr um ihre Kinder kümmern. In Schweden gibt es ein Jahr Erziehungsurlaub. Danach beginnen die Frauen wieder stundenweise zu arbeiten und können die Kinder dann mit zwei in eine Tagesstätte "dagis"genannt bringen, wo sie ganztägig betreut werden können.Die allermeisten Frauen nutzen diese Angebote auch , bzw. sehen die Möglichkeit frühzeitig wieder zu arbeiten als ein ihnen gehörendes Grundrecht, was politisch auch lange sehr unterstützt wurde. Aber auch diese Medaille hat zwei Seiten. Die Politik entwickelt sich derzeit dahin, dass immer weniger Geld für Personal in Tagesstätten oder Schulen eingesetzt wird, worunter natürlich die Qualität der Betreuung leidet. Gestern hatten wir eine fritidsgruppe aus Malung bei uns, die sich aus 30 Kindern zusammensetzte. Ca.20 Kinder für 2 Betreuerinnen ist der derzeitige Schnitt, unberücksichtigt, dass es immer mehr Kinder mit "speziellen Bedarf" gibt, klärte mich eine Betreuerin auf. Diese Problematik schlägt sich bspw. auch auf die Betreuung unseres Pflegekindes in der Schule empfindlich nieder. Aber wie für Deutschland zutreffend, gilt auch in Schweden: was in der Familie nicht geleistet wird, kann die Institution Schule unmöglich auffangen. Dies führte zu meiner eingehens zitierten Äusserung. Es gibt einen grossen Unterschied zu Deutschland: Ake und viele andere stimmen mir zu! In Deutschland wird frau zwecks solcher Äusserungen arbeitslos!( siehe Presseberichte zu Eva Hermann). Ich bin gespannt, wann Deutschland dieses Päckchen endlich über Bord schmeisst.

 

01.10 2007
Nächste Woche sind schon wieder Jagdferien. Da springen dann wieder die wildgewordenen Jäger haufenweise im Wald rum, und streiten sich mit den Wölfen um das Vorrecht auf die Elche.
Holger und ich streben danach mit den Aussenarbeiten fertig zu werden, damit wir endlich mit der Hausrenovierung anfangen können.
Diesen Herbst werden wir ganz sachte in die Wurstherstellung einsteigen.
Simon zieht für ein Pädagogikstudium nach Würzburg, Manu hat in Uppsala das Studium für den Lehrerberuf angefangen, und Lisa hat sich in Stuttgart imatrikuliert.
Die Sozialverwaltung hatte letzte Woche zu einem Treffen geladen, bei dem sich erstmals die bei der Sozialverwaltung vertraglich gebundenen Pflegeeltern der Kommune trafen. Das sind nicht viele Leute, aber für alle ist es gut, sich mit den anderen auszutauschen. Zukünftig soll ein professioneller Anleiter dazukommen, was von allen befürwortet wurde.
Der Lamahof findet weiterhin anklang und trotz miesen Wetters finden immer wieder Leute den Weg zu uns.
Dies in Kürze vom Lamahof Berg.

 

27.09.2007
Gestern hatten wir Besuch von einer Kindertagesstätte. Es hat richtig Laune gemacht, die Kinder auf dem Hof herumzuführen und ihnen anschliessend beim Toben auf dem Spielplatz zuzuschaun. Eine Erzieherin hat auf einem Kuhhorn geblasen und danach ihren jodlerartigen Gesang, der früher zum Herbeirufen der im Wald weidenden Kühe diente, gen Horizont tönen lassen. Mit einem kleinen Büchlein vom Lamahof und einer Nandufeder von Erika als Andenken, konnten wir die Gruppe mit beidseitiger Zufriedenheit den Heimweg antreten lassen.
Lukas hat sich bei einem Gerangel mit Jonathan letzte Woche den Handknochen seines kleinen Fingers der rechten Hand gebrochen. Nachdem am selbigen Abend die Hand gegipst wurde, mussten wir 2 Tage später zu einer Operation im Krankenhaus anrücken, bei der zwei Stifte zur Arretierung des Knochens angebracht wurden. Lukas nahm das ganze relativ gelassen, während ich schwer zu kämpfen hatte mit meinen mütterlichen Angstgefühlen und meiner Aversion gegen Krankenhäuser, die ich als mein eigenes Kindheitstrauma auf meine Sprösslinge projiziere. Bis auf den Sportunterricht schaukelt Lukas sein Leben nun linkshändig und macht das echt prima.(Xbox spielen muss Jonathan für ihn).
Die Tiere geniessen die herbstlichen Sonnenstrahlen, während wir uns bemühen endlich unsere Kartoffeln aus dem Acker zu buddeln.



die Tagestätte "Eichhörnchen" beim Grillen
auf dem Lamahof ------------------------------------Hilda geniesst die Aussicht von einem Stein aus

19.09.2007
Es hat tatsächlich das erstemal geschneit. Gottseidank ist der Schnee nicht liegengeblieben. Da wir aber die ersten Nachtfröste haben, habe ich mich entschlossen die Doppelfenster für den Winter einzusetzen. Meist löst eine solche Aktion alles mögliche aus. Die Fenster müssen geputzt werden, und weil ich gerade schon dabei bin..., ah hier hat sich auch schon wieder einiges angesammelt, und das Zeug brauche ich eigentlich auch nicht mehr... Und was passiert, wenn Energien in Bewegung geraten? Alles fängt an, mitzuschwingen. Da passt zur äusseren Inventur gleich eine innere Bestandsaufnahme. Auch die Arbeit bleibt dabei nicht verschont, und so haben wir auch in diesem Bereich ein bisschen was angekurbelt. Warum ich so in Rätseln spreche? Ich kann nicht mehr dazu sagen. Wenn etwas in Bewegung ist, weiss man noch nicht, wo es hinführt. Ganz schön spannend!

Versuch, die ersten Schneeflocken zu dokumentieren--eine Hütte für Holzvorräte entsteht


Olgalein---------------------------------------------der Teich sollte auch noch fertig werden, meint Hilda



10.09.2007
Heute ist richtiges Pisswetter. Nichtmal die Ziegen wollten raus. Da bietet es sich an, ein bisschen Schreibtischarbeit zu tätigen. Am Donnerstag sind unsere Jungs 12 geworden. Zum Festen mit Freunden hatten sie keine Lust, was sicher mit der neuen Situation in der Schule zusammenhängt. Jonathan und Lukas gehen zum ersten mal in ihrem Zwillingsleben in getrennte Klassen. Aber in die Pizzeria und zum Bowling wollten sie gehen. Pizza von Muttern schmeckt besser, als die Pizza vom Türken bestätigten anschliessend alle und kämpften mit Blähungen. Das bot natürlich eine Grundlage für ein Gespräch über die unterschiedliche Qualität von Essen, die täglichen Besuche im Kiosk beim Süsswarenhändler und weil wir gerade schon dabei waren die Verantwortlichkeit eines jeden gegenüber sich selbst und seiner Umwelt. Aus Erfahrung weiss ich, dass etwas davon hängenbleibt, auch wenn die Hormone Pubertierende zeitweise zu genau gegenteiligem Verhalten treiben. Diejenigen, die unkritisch gegenüber diesen Themen aufwachsen und folglich den Konsum von Cola und fastfood für normal erachten, konnten wir zuhauf auf dem Markt in Torsby, nicht ohne ein inneres Schütteln, beobachten. Roger, der Jugendliche in Malung betreut, erzählte uns gestern, dass es sich bei den Jugendlichen um Schulabgänger handle, die bereits nach ein paar Wochen in den Betrieben, in denen sie zu arbeiten begonnen hatten, entlassen wurden. Grund: jahrelanges Sitzen am Pc hat die Jugendlichen untauglich für körperliche Arbeiten gemacht. Das ist kein Witz, sondern harte Realität! Welch ein Glück, dass es bei uns immer einen Berg Holz zum Hacken gibt. Jonathan und Lukas sind ziemlich geübt darin.( schliesslich möchten sie ja auch an den Pc)

Welcher Kuchen ist meiner?----------------------- Bowling am Geburtstag



In Orsa auf der Holzmesse-------------------------magische Stimmung auf der Westweide




Morgens halb sechs: Elch auf der Südweide-------Nora



30.08.2007
Neuanfänge lassen alles aus dem Lot geraten. So ergeht es auch unseren Jungs mit dem Wechsel auf die neue Schule. Nichts geht seinen Gang, nichts ist Routine. Es steckt eine Weiterentwicklung darin, es kostet aber auch viel Energie.
Die Taxizentralisierung ist immer noch etwas chaotisch, aber nachdem ich nun permanent einigen Leuten auf die Füsse getreten bin, bemüht man sich , alles in Gang zu bringen. Es wird sich hundertprozentig einspielen, allerdings hat es seinen Preis. Wir verlieren ein Stück Menschlichkeit und ein Stück Bürokratie mehr wird uns aufgezwungen . So schleichen sich die Dinge Schritt für Schritt ein und am Ende wundert man sich, wie es so weit kommen konnte. Die Bundesrepublik ist ein klassisches Beispiel dafür.
Heute Nacht hatten wir den ersten Frost. Es ist kaum zu glauben Ende August. Wiedereinmal wurde mir bewusst, wie abhängig wir vom ökologischen System sind. Und überall lauern Gefahren: der Blauschimmel schlägt bei den Kartoffeln zu, die niederen Temperaturen lassen die Blumen vorzeitig verblühen, die Elstern stehlen alles, was ihnen als Nahrung dient, wie z.Bsp. Eier und frischgeschlüpfte Küken und Enten. Und was können wir tun? Uns arangieren, versuchen clever zu sein, flexibel, und das Beste aus den Umständen machen! Der Mensch allerdings ist weit davon weg, die Natur im Griff zu haben.

26.08.2007
Am Freitag haben wir bei unserem Reklammenschen in Malung noch ein paar Sachen in Auftrag gegeben (er macht Schilder, Briefköpfe etc.) Als wir ankamen, war er gerade mit einem anderen Kunden beschäftigt, der sich mit der Frage wo wir denn genau wohnten an mich wandte. Wie es uns denn in Malung gefiele, wollte er wissen, nachdem er uns als Kommunenmitglieder einstufen konnte. Er sei nämlich Politiker. Na der kam gerade richtig. Schon alles recht, antwortete ich, aber die Geschichte mit der Taxizentralisierung... Und wisst ihr, was er gesagt hat? Man müsse das Ganze ja langfristig sehen und man wisse natürlich um die Nachteile und ausserdem, ausserdem waren das nicht die Malunger Politiker, die dies beschieden haben, sondern dafür seien die Landespolitiker verantwortlich. Aber ob ich auch wisse, dass es am Samstag ein Strassenfest gäbe, bei dem das Essen ganz umsonst ist (nicht, dass ich auf die Idee käme, Malung wäre nicht o.k.) Na also, da fühle ich mich doch ganz zu Hause!

21.08.2007
Schulanfang! Stundenpläne, Fahrpläne, Arbeitspläne, Essenspläne...Da fängt mein Kopf zu rauchen an. Am Anfang ist alles holperig und unkoordiniert. Gottseidank setzt sich dies erfahrungsgemäss.
Am härtesten finde ich die Globalisierung der Schulfahrten. Nun läuft jegliche Planung über eine Zentrale in Ludvika, die wiederum überwacht wird von einer Stelle in Falun. Vermittlungsglied für die Kommune Malung ist eine Angestellte, die in der Kommune sitzt. Praktisch bedeutet das, dass wenn ich früher unsere Kinder bspw. selbst abholte, ich morgens ein kurzes Schwätzchen mit dem Taxifahrer hatte und er wusste was Sache war. Nun muss ich die Zentrale anrufen(natürlich ist nur die Personennummer gefragt), diese leitet die Information an den Taxifahrer. Sollte ich mich beklagen wollen, wende ich mich an die Frau der Kommune, die wiederum...Nachdem das ganze die letzten 2 Tage im Chaos verlief, es ist erstaunlich, wieviel man bei einer solchen Sache falsch machen kann, bin ich der armen Sirpe beharrlich auf die Füsse getreten. Sie konnte in ihrer Not nur noch sagen, dass es gut ist, dass ich sie über die Misstände auf dem Laufenden halte, die eigentlichen Verantwortlichen aber eigentlich die Politiker sind. Irgendwie kommt mir das doch bekannt vor?!
Eine possitive Seite hat die ganze Geschichte: unsere Taxifahrer sind sich völlig einig mit uns, selbst jene, die vorher ein bisschen kritisch gegenüber den Deutschen waren. Ja,ja, die Not hat die Menschen schon immer ein bisschen näher zusammenrücken lassen.

18.08.2007
Heute war eine Gruppe Behinderter mit ihren Betreuern bei uns zu Besuch. Das Wetter war sonnig, Nora und die Enten lagen auf dem Hof im Sonnenschein verteilt, die Hühner pickten geruhsam auf dem Spielplatz und als die Gruppe sich beim Kaffee unter der Birke im Sonnenschein räkelte, lag eine unglaubliche Harmonie über hus Berg. Überhaupt macht es Spass, soviele interessierte Menschen auf dem Hof zu haben. Ich hätte nicht gedacht, dass es so gut läuft. Es ist wie ein Wunder. Nächstes Jahr werde ich im Sommer versuchsweise Filzrunden für Kinder anbieten. Lukas ist gerade auch richtig im Filzfieber und fabriziert witzige Dinge.( Bild folgt).
Weil ich vor lauter Rumgespringe über manche Dinge hinweggehüpft bin grüsse ich heute Heike ganz öffentlich und schicke ihr (dir) zum Geburtstag nachträglich einen dicken Kuss. Unser Gespräch folgt in Bälde!

16.08.2007
Fünf Wochen hatten wir ständig wechselnden Besuch. Das fährte dazu, dass meine Tagebucheinträge etwas spärlich ausfielen. Aber nun bin ich in alter Frische zurück. Bei den Kulturtagen besuchte uns eine Journalistin, die einen grossen Artikel über unseren Lamahof in einer hiesigen Lokalzeitung veröffentlichte, was uns eine anschauliche Zahl Besucher/innen einbrachte, die sich mit Lamasocken und Alpackapullovern, sowie Informationen über unseren Hof eindeckten. Nun müssen wir sehn, dass wir auch weiterhin in der Öffentlichkeit präsent bleiben.
Das unbeständige Wetter sorgte für eine schlechte Heuernte. Ein bisschen hoffen wir noch auf die nächsten Wochen.Allerdings kündigt sich der Herbst schon deutlich an. Am Montag beginnt für unsere Kinder die Schule wieder. Wir sind gespannt auf die neue Schule der Jungs.

Siggi und Helena am Brattfallet -------------------Paulina mit ihrem crazy dog



Sägwerk am Siljansee------------------------------Vater und Sohn auf der Gustav Wasa


Lamainteressierte bei den Kulturtagen------------Orientierungshilfe auf dem Lamagard

01.08.2007
Die Zeit fragt nicht danach, ob mir die Geschwindigkeit passt, in der sie verläuft. Das ist gut so! Welch ein Chaos wenn die Menschen sich da auch noch einmischen könnten. Die Kulturtage sind vorbei und waren sehr erfolgreich. Viele Menschen, neue Kontakte, guter Verkauf und ein Artikel in einer lokalen Tageszeitung haben sie uns eingebracht. Der Lamahof etabliert sich. Die kurz aufeinanderfolgenden Gäste und der aufrechtzuerhaltende Alltag hält mich davon ab, Zeit für mich zu finden. Das innere Gleichgewicht zu bewahren ist bei all diesem Trubel eine Aufgabe für mich. Tim ist seit Sontag wieder zurück und die ersten Tage haben sich gut angelassen. Ein neues Betätigungsfeld in der Sozialarbeit hat sich aufgetan, wird aber erst in ein paar Wochen aktuell. Der Sommer ist kein Sommer im Sinne von Baden und Schwitzen bei der Heuernte. Am Wochenende soll es wärmer werden. Wir sind gespannt, ob die Vorhersagen stimmen.

21.07.2007
Lokalnachrichten aus Hus Berg:
der Markt ins Ransby war erfolgreich. Die Allgemeinheit war interessiert an den ungewöhnlichen Tieren, den Produkten und den Aktivitäten auf dem Lamahof. Ein Kontakt nach Peru konnte geknüpft werden und ein Austausch zwischen einer Familie, die nach Schweden ausgewandert ist und einer Familie, deren Auswanderung geplant ist fand statt.
Die Vorbereitungen für die Kulturtage sind angelaufen. Am Montag werden Astrid und Maxim zur Verstärkung im Team erwartet. Die Heuernte erweist sich etwas erschwert durch das unklare Wetter.
Regionalnachrichten aus Dalarna:
Es wurde bekannt, dass unbekannte Täter in der Hütte eines Göteborger Geschäftsmannes, der Besitzer einiger hundert Hektar Wald in Östra Näsberget ist, eingedrungen sind und Wertgegenstände entwendeten. Die Zahl der Einbrüche in den nichtpermanentbewohnten stugas hat in den letzten Jahren zugenommen. Somit ist auch im Dalarnawald die harmonische Idylle durch gierige Menschen bedroht.
Vor zwei Tagen wurden zwei Wolfswelpen in Ö.Näsberget gesichtet.
Heute Abend geht die dansbandvecka, das grösste Musikevent seiner Art, mit einem Feuerwerk zu Ende. Jährlich lockt die Malunger Veranstaltung tausende Wohnmobile und Campingwagen aus Norwegen, Dänemark, Holland und Deutschland auf die 45er, was das relaxte Fahrgefühl der Familie Bensching aufs empfindlichste stört.
Weitere Nachrichten:demnächst.

Auf dem Markt in Ransby



13.07.2007
Gestern habe ich mit Roger telefoniert, der während unseres Urlaubs tageweis Tim übernimmt. Er sagte, dass er sich frage, wie wir das auf die Dauer gebacken kriegen, er wöllte nicht mit uns tauschen. Ich verriet ihm, dass wir auch öfters an den Punkt gelangt sind, wo wir keine Lust mehr hatten, weiterzumachen. Wer liebt schon immer seine Arbeit.
Jonathan und Lukas sind gerade mit dem Zug auf dem Weg zu Manu nach Uppsala. Für sie ist es cool, ein paar Tage mit ihrem grossen Bruder zu verbringen. Ein Programmpunkt wird der neue HarryPotterFilm sein. Mütter dagegen sind für fast 12jährige eher sowas wie Lakaien, die im Hintergrund immer still zur Verfügung stehen müssen, um für das leibliche Wohl, Aufräumen und saubere Kleidung zu sorgen. Und wehe sie machen Fehler, dann wird dies mit einem Mittelding an Vorwurf und Mitleid ob der Unfähigkeit in einem langezogenen: ach Mama, formuliert. Meine Sprösslinge haben mir neuerdings untersagt, sie zu küssen. So gehen sie dahin...
Ansonsten versuchen wir soviel wie möglich an Arbeiten abzuschliessen. Am Gewächshaus fehlt noch ein Lättchen, auf dem Hof ein Hänger mit Kies, der neue Teich muss an den Rändern bearbeitet werden, die kardierte Wolle verpackt, neue Schilder aufgestellt... Gestern hat Holger 10 Tonnen Schotter im Paddock unserer Lamas von Hand verarbeitet. Ich selbst spürte meine begrenzten körperlichen Fähigkeiten schon nach 20 Schaufeln. So ist es meistens so, wie wir das ironisch immer wieder mal bemerkten: eine ist das Gehirn, einer der Muskel.?

Susi und Leila------------------------------------------------ein bisschen schieben am Popo

08.07.2007
Unser Wochenende war ein richtig spannendes Lamawochenende. Wir haben uns in Malung einen Pferdeanhänger gemietet, da wir in 2 Wochen auf einen Markt gehen, bei dem Leila und Susi mit dabei sein werden. Da sie es aber nicht gelernt haben, in einen Hänger zu steigen( mit Gewalt geht es natürlich immer), wollte ich sie trainieren, damit wir nicht kurz vor der Abfahrt zum Markt unter Druck kommen, weil es mit dem Einsteigen nicht klappt. Zuerst waren beide absolut nicht willig. Susi überwand sich als Erste. Bei Leila beendetet ich das Training irgendwann und zermarterte mir den Kopf, wie ich sie motivieren könnte. Am Abend arbeiteten wir nochmal zusammen, begrenzten die Rampe seitlich mit einem Gatter, während Holger mit 2 Gerten den Rückzug nach Hinten kontrollierte. Und tatsächlich überwand sich Leila und machte einen Hüpfer in den Hänger. Einmal geschafft, funktionierte es in Folge problemlos. Wir gingen noch ein paarmal rein und raus, was ein Kinderspiel für die beiden war. Lamas sind unglaublich klug und lernfähig. Nach diesem Erfolg entschlossen wir uns , heute einen Ausflug mit dem Hänger zu machen und mit unseren beiden eine kleine Wanderung zu machen. Für die ca. 4km lange Strecke durch den Wald brauchten wir allerdings fast 4 Stunden. Der Weg war uns zwar bekannt, aber wir haben ihn nicht mit Lamaaugen betrachtet. Für diese gab es Hindernisse, wie Holzstege über Marschland oder wahlweise das Stapfen durch sumpfiges Gebiet, das Leila immense Probleme bereitete. Da wir sie schon durch einige schwierige Passagen gelotst hatten, gab es kein zurück mehr, als sie uns den Dienst quittierte. Wir standen mitten im Wald und unsere Lamas streikten. Einfallsreichtum und vor allem viel Geduld war gefordert. Wir haben alle an diesem Nachmittag viel gelernt und irgendwie haben wir es auch geschafft aus dem Wald raus- und mit unseren Erfahrungen ein gutes Stück vorwärts zu kommen. In Deutschland, Österreich oder der Schweiz kann man Lamakurse besuchen, die die Anfangsschwierigkeiten etwas abmildern. Wir hier im Norden müssen uns selbst behelfen, mit allen Vor-und Nachteilen. Es macht auf jeden Fall tierisch Spass!

Hängerprüfung bestanden!- ---------------------------------Pfefferminzernte

Wollernte------------------------------------------------------unkardierte und kardierte Wolle

05.07.2007
Ab morgen haben wir drei Wochen Urlaub. Ein bisschen kam er ins Wackeln, nachdem Tims Mutter letztes Wochenende, welches eigentlich ihr Timwochenende sein sollte, einfach streikte. Wir hoffen nun, dass alles klappt. Für uns ist der Urlaub schon voll geplant: Arbeiten am Hof, Organisation des Lamahofs, Heuernte, Deutschlandbesucher, ein paar Ausflüge mit den Kindern und hoffentlich ein bisschen Badewetter, von dem man gerade nicht reden kann. Für Müssiggang ist der Winter eher geeignet, jetzt schreit alles eher nach action und vorwärtskommen.

02.07.2007
Irgendwie scheint keiner in Malung arbeiten zu wollen. Nachdem der Zahnarzt in Rente ging, fand sich kein Nachfolger, was eine Warteliste von über 400 nicht akuten Hilfesuchenden zur Folge hat. In der Schule hatten wir eine Ersatzrektorin, die wahrscheinlich wieder durch eine Ersatzrektorin ersetzt wird, und die Sozialverwaltung hat seit einem halben Jahr eine beurlaubte Chefin, die nachdem sie endgültig gekündigt hat, durch einen für ein paar Wochen eingesetzten Ersatzchef ersetzt wurde, der nicht weiss, ob es dann einen Ersatzchef oder einen Chef oder gar eine Chefin geben wird. Spannende Arbeitspolitik!

27.06.2007
Als ich gerade, am Pc sitzend, zum Fenster hinaussah, ist Sieglinde mit ihren drei Entenküken vorbeigewatschelt. Jedesmal wenn ich sie beobachte freue ich mich, weil sie so unglaublich niedlich aussehn.
Immer wieder sagen uns Leute, dass wir wirklich Glück haben, dieses Leben leben zu können. Und damit haben sie vollkommen recht. Diese vielen kleinen Momente, die einem das Herz aufgehen lassen, rechtfertigen alles. Gleichzeitig ist es natürlich eine Frage der Sichtweise. Seit einer Woche plage ich mich mit einem grippalen Infekt, was das Arbeiten anstrengend macht. Wir arbeiten und arbeiten, und haben doch das Gefühl im Zeitlupentempo vorwärtszukommen,während die Zeit im Schnellraffer vorbeizieht. Wir verdienen mittlerweile nicht schlecht, und trotzdem ist es immer knapp. Muss man einkaufen, ist ein halber Tag futsch. Kultur kenne ich nur noch vom Hörensagen. Und dann die Knoddse: schlimme kleine Viecher ( kleiner wie Trosophila, die Obstfliege), sie treten in Schwärmen auf, fallen einen rücksichtslos an, beissen und gebären sich wie Vampire. Es gibt nur eine Chance:Flucht! Von Stechfliegen, Rossbremsen, Wespen und der gemeinen Hausfliege wollen wir erst gar nicht reden. Aber Setos! Setos unser abartiger Kater, der meint, wir müssten sein nachtaktives Leben mit ihm teilen. Aus diesem Grund trägt er mitten in der Nacht seine Beute in unser Schlafzimmer. Anschliessend muss ich ihn zur Küche geleiten, damit er seine Mahlzeit am Napf einnehmen kann. Und wehe, ich vergesse das Küchenfenster zu schliessen:Setos raus, schwups zum Schlafzimmer rein und dann an der Türe gekratzt, weil er vergessen hat, Wasser zu sich zu nehmen. Im Winter ist es kalt, im Frühling nass, der Sommer kurz und der Herbst neblig. Das Unkraut überwuchert das Gemüse, das Brennholz ist nie richtig trocken und der Traktor verliert Öl. Und doch, und doch...
Und wisst ihr, wieso ich Zeit habe zu schreiben? Weil Holger Geburtstag hat und ständig telefoniert.

22.06.2007
Midsommerafton nennen die Schweden den heutigen Tag(Abend). Der Abend, an dem wahrscheinlich mit Abstand am meisten gesoffen wird. Ich muss es so derb ausdrücken, weil viele sich wirklich bis zur Ohnmacht abdichten. Auch eine Möglichkeit den längsten Tag des Jahres zu feiern. Morgen werden dann überall die "Maistangen" aufgestellt.( ich habe nicht erforscht, warum die Stangen nicht Junistangen heissen). Zweimal waren wir in Malung beim Aufstellen dabei. Nachdem Kinderlieder ( Entenpopowackeltanz und ähnliches gesungen wird, sind unsere Kinder nicht mehr erpicht auf dieses Erlebnis). Die Tage werden jedenfalls wieder kürzer, was aber noch ein Weilchen dauert, bis es sich spürbar auswirkt. Sonnenuntergang im Moment:22.43, Sonnenaufgang:3.33.

Lamas und Erika bei der Siesta-----------------------------Elfriede bei der Siesta

17.06.2007
Jetzt ist es vollbracht:alle Schafe sind geschoren. Heute morgen um sieben sind sie ins Dorf gezogen, wo sie den Sommer verbringen werden. Der Umzug macht mich immer etwas nervös. Erstens wissen die Kleinen nicht so genau, was geht, zweitens hat man die Tiere nicht so gut unter Kontrolle, wie zuhause. Warum sie dann umziehen? Weil die Weide ums Haus nicht ausreicht für unsere vielen Tiere ( Helena hat vor Kurzem errechnet, dass wir ca. 100 Tiere besitzen), und weil wir EUstöd erhalten und uns verpflichtet haben, bestimmte Wiesen im Dorf abzuweiden.
Die Sommerferien haben begonnen. Am Freitag war der letzte Schultag, der allerdings nur einen Kirchenbesuch und ein Abschlusstreffen in der Schule beinhaltete. Traditionell holen die Eltern am letzten Tag ihre Kinder persönlich von der Schule ab. Wir mussten uns mit unseren Stallarbeiten schwer ins Zeug legen, um um 10 Uhr in Malung zu sein. Überhaupt gab es die letzten drei Wochen keinen richtigen Alltag mehr. Ausflüge wechselten sich mit Planungstagen ab und ständig waren die üblichen Schulzeiten geändert. Wir sind jetzt alle froh, ein bisschen ungebundener zu sein. Für Tim beginnt am Montag die "Freizeitbetreuung ", die in der Schule stattfindet. Eigentlich eine Einrichtung für arbeitende Eltern, haben wir ein Spezialabkommen mit der Sozialverwaltung, da es nicht möglich ist, dass wir Tim zehn Wochen einzig zuhause betreuen. Holger und ich teilen uns den Fahrdienst nach Malung auf.( 35 km einfach). In den Wochen 28,29 und 30 haben wir dann Urlaub.

13.06.2007
Vor lauter Hitze, bauen und Freizeit genießen, war kein Raum für Tagebucheinträge. Das Gewächshaus ist so gut wie fertig, die Lamas springen glücklich auf ihrer großen Weide umher, die Kinder haben ihre letzen Schultage, Manu ist wieder von seiner großen Reise zurück, der Nordwind hat uns ein bißchen Abkühlung verschafft, und wir scheren uns durch unsere Schafherde durch. Wenn wir das bewältigt haben, schreibe ich wieder ausführlicher.

Das Gewächshaus-----------------------------------Jonathan beim Streichen



Sieglinde mit ihrem Nachwuchs-------------------- auf dem Weg zum Kartoffelnpflanzen


Grillen---------------------------------------------- Baden in Brunberg


31.05.2007
Ihr wisst vielleicht nicht mehr, wo ihr am 31. Mai vor 12 Jahren gewesen seid. Ich weiß es noch genau: ich war auf der Hochzeit von Holger und Antonia in Florenz. Schön wars! Ich würde wieder hingehn.

30.05.2007
Am Sonntag waren wir auf einer alten Sennerei, die dem Bauern gehört, der uns im Winter mit Heu versorgt, wenn unser eigenes Heu nicht ausreicht. Es ist gigantisch, wenn man sich überlegt, dass manche der Häuser, wie z. Bsp. jenes, das unten auf dem Foto zu sehen ist, fast 400 Jahre alt sind und immer noch stehen. Und das ohne Holzschutzmittel oder sonstigen Dinge, die man heute meint zu brauchen. Ein bißchen frustriert mich immer wieder, dass es keine Überlebenschancen für diese alte Kultur gibt, die den Menschen früher den Schweiß von der Stirn rinnen ließ. Der Wald erobert sich gnadenlos zurück, was mühevoll zu Weidefläche und offener Landschaft gemacht worden war. Es gibt fast niemand mehr, der diese Sennereien betreibt. (Im Värmland, wo diese Sennerei liegt, sind es grade mal 6 Bauern). Dalarna hat einen Verein, der versucht, wenigstens einen Teil der Gebäude und das Wissen um diese alte Tradition am Leben zu erhalten. Das Leben der meisten Schweden heute findet in den Städten statt. Und die Waldflächen werden an ausländische Investoren verkauft. Gerade hat ein Däne 400 Hektar Wald in Östra Näsberget gekauft. Was er mit dem für hiesige Preisverhältnisse zu teueren Wald will, ist nicht erkennbar, wahrscheinlich Steuern sparen.
Unsere Adresse hat sich geändert: Statt Ö.Näsberget 5477 lautet sie jetzt: Ö.Näsberget 61. Wie es zu dieser Änderung kam wissen wir nicht. Wir wurden lediglich davon in Kenntnis gesetzt. Da es im Leben keine Zufälle gibt, (es sei denn man nimmt das Wort wörtlich, nämlich Dinge, die einem einfach zufallen), hat mich dies veranlasst mein altes Numerologiebuch aus dem Regal zu holen. Denn eine Änderung der Hausnummer bedeutet auch eine energetische Veränderung. Genauere Berechnungen konnte ich bisher noch nicht machen, da im Moment der Zaunbau Vorrang hat, aber mein Gefühl und erste Ergebnisse sagen mir, dass wir wieder mal einen Schritt weitergegangen sind und uns Gutes ins Haus steht. (Wie könnte es auch anders sein?)

Hinter Västra Näsberget : Blick bis Norwegen-- ---Alte Sennereihütte auf Kjells fäboda


Paulina, Helena, Julianne und Olivia auf dem Markt --Holger und Tim tricksen die Schwerkraft aus



Ein Gewächshaus entsteht -------------------------Holz für den nächsten Winter


23.05.2007
Das Wetter ist wunderschön, was unsere Arbeiten im Außenbereich begünstigt. Wir teilen die Zeit auf, zwischen Gewächshausbau und Zaunbau. Nächste Woche wollen wir die Tiere auf die Weide lassen. Bis dahin ist das Gras so hoch, dass es gerade richtig fürs abweiden ist. Es ist ein herrliches Gefühl, den Sommer vor sich zu haben und angefüllt mit Plänen zu sein.
Jonathan und Lukas werden langsam richtige Teenies, die dieses Jahr nicht mehr mit uns auf den Frühjahrsmarkt gehen wollen. Gerade rechtzeitig, dass sie sich mit ihren Kumpels auf den Weg machen können, sind gestern ihre neuen Mountainbikes aus Deutschland gekommen.(www.fahrrad.de).
Helena trifft sich auf dem Markt zwar auch mit einer Freundin, aber sie ist dort zeitgleich mit uns unterwegs.( sanfte Abnabelung)
Somit bleibt uns Tim, unser Sorgenkind, den wir bei solchen Ausflügen gestreng in unsere Mitte nehmen müssen, damit er mit der Situation klarkommt. Seit drei Wochen ist er wieder mal in einer schwierigen Phase, die auch das Schulpersonal fordert.
Dieses Jahr werden wir uns wieder an den Kulturtagen im Tiomileskogen Ende Juli beteiligen. Die Vorbereitungen diesbezüglich sind bereits angelaufen. Eine Woche vorher werden wir im Värmland auf einem Markt sein, der auf dem Gelände eines Heimatmuseums stattfindet. Das wird für uns recht spannend, weil Leila und Susi, zwei unserer Lamas als Attraktion dabeisein werden. Also, packen wir`s an!

19.05.2007
Holger mußte unseren Pc wieder mal von einem Virus kurieren, das hat ein Weilchen gedauert. Nun gehts ihm wieder gut (dem Pc). Holger, sowie mein Vater sind auch auf dem Wege der Besserung. Holger hat angefangen, mir ein Gewächshaus zu bauen. Darüber bin ich froh, weil die Reifung von Tomaten und Bohnen in unseren Breitengraden im Freiland immer eine unsichere Sache ist.
Jonathan und Lukas sind auf einer dreitägigen Klassenreise und kommen heute Abend wieder zurück. Ich selbst habe endlich angefangen,die Außenseite unseres Stalles mit Rödfärg zu streichen, was mir schon lange unter den Nägeln gebrannt hat. Falu Rödfärg ist eine Schlämmfarbe, deren Farbe durch Farbpigmente entsteht, die ursprünglich ein Nebenprodukt des Kupferabbaus in der Kupfermine in Falun (Stadt in Dalarna) war. Diese Farbe ist verantwortlich für die typischen roten Schwedenhäuser, die man vor allem hier bei uns überall findet, und für Dalarna charakteristisch sind. Auch nach vier Jahren kann ich mich nicht sattsehen, an diesen romantischen, warmen Holzhäusern. Welch ein Glück, dass wir in solch einem wohnen! Sollte sich jemand für die Farbe interessieren, so kann er/ sie sich unter www.farbmanufaktur.at kundig machen.
Nachdem es seit ein paar Tagen regnet (nicht andauernd), ist der Boden feucht genug, dass wir mit Stickeleinschlagen für unser Lamagehege anfangen können. Dann werden wir die Schafe, Angoraziegen und Lamas scheren, Brennholz machen und soweit es unsere Zeit zulässt anfangen im Wohnhaus zu renovieren.
Mal sehn, ob das alles klappt, wie wir es uns vorgenommen haben.

Noch ein Elch ------------------------------------------------ So sehen die Eier von unseren Hühnern aus

10.05.2007
Helena hat gut lachen, war ihr Geburtstag doch ein voller Erfolg mit vielen Geschenken, vielen Freundinnen, viel Gegacker, Spiel und Spaß und gutem Schmaus.
Aber bekanntlich liegen Freud und Leid nah beieinander. So war es auch an diesem Tag, der unter anderem auch mein Geburtstag war. Für mich war es eher turbulent . Parallel zu den Festlichkeiten mußten wir uns auch noch um den Verkauf von 2 Kühen kümmern. Dieses Unternehmen sorgte denn auch für das angedeutete Leid. Als der Verkaufshandel abgeschlossen war, galt es die Kühe in den Anhänger zu verladen. Dies ist bei Tieren, die das Verladen nicht gewöhnt sind, immer eine heikle Angelegenheit. Das Schicksal wollte es, dass mein Vater, als Klara sich entschied lieber nicht in den Hänger zu steigen, aus einem Reflex nach dem Seil griff, das Gleichgewicht verlor, das Seil sich um sein Handgelenk schlang und Klara ihn, hilflos am Boden liegend hinter sich herzerrte. Holger, immer noch körperlich eingeschränkt, schmiß sich auf meinen Vater und als Klara stehenblieb, gelang es mir, das Seil von seinem Handgelenk zu lösen, bevor Klara das Weite suchte. Schreck, Schock, Sorge, Traurigkeit, Warten auf den Krankenwagen, Heimfahrt der Mädchen, Fahrt meiner Eltern ins Krankenhaus, Warten, Behandlung, Narkose sind einige Dinge, die dann folgten. Am Ende blieben Erleichterung über den Ausgang des Unglücks und die Schmerzen meines Vaters als Folge seiner Verletzungen: ein ausgerenktes Schultergelenk und eine komplizierte Oberarmfraktur, die noch Wochen mit Schmerzen, langen Nächten und letztendlich Krankengymnastik nach sich ziehen werden.
Erst am Tag darauf blieb Zeit für uns, traurig über den Abschied unserer 2 Fjällkühe Gertrude und Klara zu sein und die Geschehnisse des Vortages zu reflektieren.

Helena und ihr Geburtstagstisch - - - - - - - - - - -die Elche sind zurück


04.05.2007
Letzten Freitag beschlossen wir, unseren Lamas einen größeren Auslauf zu geben, um ihrem Bewegungsdrang jetzt im Frühling gerecht zu werden. Zu diesem Zweck benutzten wir unsere flexiblen Stromzäune. Mit Freude und Erwartung lief die ganze Lamaherde in die neue Freiheit. Leider übersahen dabei Susi und Lucy, unsere Jungtiere, dass der Zaun eine Begrenzung darstellen sollte. Sie stiegen einfach darüber hinweg, als ob er nicht existent wäre. Da ließen sich die erwachsenen Tiere auch nicht lange lumpen und taten es ihnen gleich. Holger und ich wurden nebenbei daran erinnert, dass 3 Hektar Land nicht gerade Wohnzimmergröße sind. Im Zuge der Heimführungsaktion schmiß Molly Holger mit dem Rücken an einen Baumstamm, was zur Folge hat, dass Holgers Arbeitskraft seither schwer eingeschränkt ist, und die meine stark gefordert. 5 Stunden körperliche Arbeit täglich stählt die Muskeln! Ohne Nora hätten wir einen Teil der Herde gar nicht mehr gefunden, da sich diese tatsächlich im Walde verlaufen hatten. Sie waren so froh uns zu sehen, dass sie lammfromm hinter uns her aus dem Wald liefen.( Allerdings nur bis auf die Weide, dann hattten sie ihre Selbstsicherheit wieder gefunden). Mit Hilfe von Leila, die ich gehalftert hatte, konnte ich die Tiere nach einer zweistündigen Aktion einzeln in den Stall locken. Das Recht auf größeren Auslauf haben sie sich fürs erste verwirkt. Die Planung für die Sommerweide hat sich dadurch geklärt: ein fester Zaun mit entsprechender Höhe muß her!





30.04.2007

Holger ist mit den Kindern dabei, das Holz für unser Walpurgisnachtfeuer zusammenzutragen. In Schweden ist heute valborgsmässanafton(sprich: walburismässanofton), wenn das mal kein Zungenbrecher ist.
Vor Kurzem habe ich von einer Bekannten ein Gebet geschickt bekommen, das ich so schön finde, dass ich es hier veröffentlichen möchte:

Ich will Dir ein kleines Tier leihen, hat Gott gesagt.
Damit du es lieben kannst, solange es lebt und trauern, wenn es tot ist.
Vielleicht für zehn oder dreißig Jahre,
vielleicht auch zwei oder drei.
Wirst Du darauf aufpassen, für mich, bis ich es zurückrufe?
Es wird Dich bezaubern, um Dich zu erfreuen,
und sollte sein Bleiben nur kurz sein, Du hast immer die Erinnerungen,
um Dich zu trösten.
Ich kann Dir nicht versprechen, dass es bleiben wird,
weil alles von der Erde zurückkehren muß,
aber es gibt eine Aufgabe, die dieses Tier lernen muß.
Ich habe auf der ganzen Welt nach dem richtigen Lehrer gesucht.
Und von allen Leuten, die die Erde bevölkern,
hab ich Dich auserwählt.
Willst Du dem Tier all Deine Liebe geben und nicht denken, daß Deine Arbeit umsonst war?
Und mich auch nicht hassen, wenn ich das Tier zu mir heim hole?
Mein Herz antwortete:
"Mein Herr, dies soll geschehen.
Für all die Freuden, die dieses Tier bringt, werde ich das Risiko der Trauer eingehen.
Wir werden es mit Zärtlichkeit beschützen und es lieben, solange wir dürfen.
Und für das Glück, das wir erfahren durften, werden wir für immer dankbar sein.
Aber solltest Du es früher zurückrufen, viel früher als geplant,
werden wir die tiefe Trauer meistern
und versuchen, es zu verstehen.
Wenn wir es mit unserer Liebe geschafft haben,
Deine Wünsche zu erfüllen, in Erinnerung an ihre süße Liebe.
Bitte, hilf uns in unserer Trauer.
Wenn unser geliebtes Tier diese Welt voll von Spannung und Zwietracht verläßt,
schicke uns doch bitte eine andere bedürftigeSeele,
um sie ein Leben lang zu lieben."

24.04.2007
Nach frostigen Tagen und Nächten ist jetzt doch wieder der Frühling zurückgekehrt. Auch in Schweden ist dieses Jahr alles ein bißchen früher. Gestern hörte ich im Radio, dass der Bär, dessen Revier unser Finnskogen ist, bereits aus dem Winterschlaf aufgewacht ist ( Ich frage mich, ob da jemand neben seiner Höhle steht und auf ihn wartet?) Die Wiesen beginnen bereits grün zu werden und die Weiden sind am Verblühen. Wir können richtig mit der Arbeit loslegen: Fassaden streichen, Beete planen, Weiden säubern, sprich die gefällten Bäume vom Winter entasten, Brennholz für den nächsten Winter sägen und,und,und...
Gestern war wieder mal ein Schultreffen bezüglich Tim. Es war das erste mal ein sehr kreatives Gespräch, das dem Niveau entsprach, das ich mir vorgestellt hatte. Es war ein ganz schön harter Weg bis dahin. Was die schulischen Leistungen betrifft hat Tim gewaltige Fortschritte gemacht. Auch im sozialen Bereich hat er sich weiterentwickelt.
Parallel dazu sind die Eltern/ Schüler/innengespräche an der Schule voll im Gange. Zweimal während eines Schuljahres treffen sich Kinder und Eltern mit dem jeweiligen Klassenlehrer und sprechen darüber, was gelaufen ist, was gut oder nicht so gut war, welche Ziele man sich steckt und was einen sonst noch bedrückt. Bei den Jungs ist die Arbeit des Lehrers ziemlich umfangreich, weil er Tests schreiben und bewerten( nicht benoten) muß, die dann an die neue Schule weitergereicht werden. Er muß Kleingruppen zusammenstellen, unter Berücksichtigung der Wünsche der Schüler/innen. Diese Vorschläge werden mit anderem Personal an der Schule durchgesprochen und schließlich an die neue Schule weitergereicht. Die neue Schule stellt aus diesen Vorschlägen die entgültigen Klassen zusammen unter der Beratung von Spezialpädagoginnen, die beratend an allen Schulen in der Kommune fungieren und deshalb die meisten Kinder auch kennen. Für uns bedeutet das immerhin 8 Termine innerhalb von 9 Monaten, plus die monatlichen Besprechungen für Tim und sonstige Veranstaltungen. Kein Wunder, dass uns in der Schule alle kennen.

Astrid und Kajsa



Wilhelma /Erika
16.04.2007

Zuhause!
Am Samstagmorgen um halbzehn sind wir mit unserem Bus in Östra Näsberget eingefahren. Zuhause angekommen sind wir erst jetzt. Schritt für Schritt haben wir uns wieder in unseren Alltag begeben. Noch stärker ist unsere Begeisterung für unser Leben, noch überzeugter sind wir von dem, was wir tun. Astrid und Kajsa haben alles prima gemeistert und unsere Tiere mit Herz versorgt. Fünf neue Lämmlein sind in der Woche unserer Abwesenheit geboren. Zur Begrüßung kam am Samstag ein weiteres Lamm und gestern Morgen ein kleines Ziegenböcklein. Das Wetter ist sonnig und warm. Der Himmel strahlend blau, die Luft erfüllt vom herrlichen Duft der Wälder und dem Surren der Insekten.
Deutschland:
Ich war entsetzt von der Unmenge Autos, die die Straßen bevölkern. Ich war genervt von dem Verkehrslärm, den ich überall wahrnahm, und ich war erstaunt über die Fülle und den Wohlstand, den Deutschland ausstrahlt, wenn man sich auf den Straßen durchs Land bewegt.
Ich war begeistert, wie liebenswürdig die Menschen waren, denen wir begegneten und ich war erstaunt, wie die Zeit von 3 Jahren wie wegradiert war in der Vertrautheit der alten Heimat. Dennoch ist diese Heimat wie ein altes, geliebtes Kleid geworden- geschwängert mit guten und schlechten Zeiten, vollgesogen mit vielen Erinnerungen. Man möchte es nicht fortgeben, weil es zu wertvoll ist und kann es dennoch nicht mehr tragen.
Wir sind heimgefahren, vollgepackt mit Schätzen- materiellen Geschenken, aber vor Allem auch mit mentalen und emotionalen Gaben. Ich selbst hatte das große Glück von meiner schamanischen Lehrerin ein spirituelles Geschenk bekommen zu haben.
Resume:
Es war eine wunderschöne Woche. Unser Platz ist unumstritten unser Hof in Östra Näsberget. Deutschland sollte von der Autoplage befreit werden, und die Menschen sollten sich überlegen, ob sie all diese seltsamen unnötigen Dinge, die in den Läden angeboten werden, wirklich brauchen. Einige Menschen haben ihren Besuch bei uns angekündigt und sind uns herzlich willkommen. Tja und schlußendlich wird es sicherlich ein Weilchen dauern, bis wir wieder deutschen Boden betreten. Die Urlaubskasse ist zwar gegründet, jedoch wird uns unsere nächste Reise aus familiären Gründen nach Apulien führen.( Wer, wie ich nicht gleich weiß, wo das liegt wundere sich nicht, sondern wisse, dass Apulien in Italien liegt).

Bei Simon zuhause / Tobias` Wanderer

04.04.2007
Heute hat Lars, der nicht mein Tagebuch liest Geburtstag. Zudem sitzt er im Montafon und genießt die Höhenluft. Ich bin mir sicher, dass meine Glückwünsche ihn trotzdem erreichen. Alles Gute zum Geburtstag, Lars!
Astrid und Keysa sind Naturtalente. Alles klappt prima und Blenda war bei Astrids erstem Melkversuch supergeduldig. Heute schreibe ich zum letztenmal vor unserer Reise. Und wer denkt, dass wir ja nur eine Woche wegfahren, der hat sich getäuscht. Für mich geht eine Zeit des Exils zu Ende. Was wie warum anschließend anders wird, kann ich euch nicht beantworten, das muss ich erst rausfinden. Daß es anders sein wird, das weiß ich. Ich will jedoch mit den Worten schließen: Nichts ist so, wie es zu sein scheint - aber auch nicht anders. Frohe Ostern

03.04.2007
Nun bin ich in der Phase: o.k., das mache ich halt doch nicht mehr bevor wir fahren. Heute Nacht bin ich um 4 Uhr aufgewacht und konnte nicht mehr schlafen, weil ich ständig an Dinge dachte, die ich nicht vergessen darf und unbedingt erledigt werden müssen. Holger ist dagegen sehr gelassen. Ich weiß nicht wie er das macht. Zusätzlich mußte ich viel reden, weil wir Astrid und Kaysa einlernen. Jetzt bin ich völlig platt und quäle mich durch den Tag.

30.03.2007
Jetzt hat das mit den Bildern doch noch geklappt. Da wir über Mozilla gehen haben wir gar nicht gemerkt, dass über explorer gar keine Häslein zu sehen waren. Aber jetzt!
Das Wetter ist uns seit Tagen hold und zeigt sich von seiner besten Seite. Holger und ich teilen unsere Tage allerdings gerade unter den zwei Rupriken: das machen wir noch bevor wir nach Deutschland fahren und: das machen wir, wenn wir zurück sind, ein. Der Vorteil ist, dass man viele Dinge erledigt, der Nachteil, dass es anstrengend ist. Jedenfalls haben wir unseren lamagård jetzt gewerblich angemeldet, haben angefangen unsere neue homepage zu bauen, die Werbung auf dem Auto wurde fertiggestellt und unseren Steuerabschluß 2006 haben wir ans Finanzamt geschickt. Der Organisationsplan für Deutschland ist fertig und die Mitbringsel werden auch langsam fertig. Am Montag kommt Astrid von Uppsala, damit wir sie auf dem Hof einlernen, Keysa stößt als Zweitkraft am Dienstag hinzu. Jetzt warten wir nur noch auf die Lämmlein der letzten 5 trächtigen Schafe. Elenor, eines unserer Gotlandschafe hat Drillinge geboren. Es geht allen dreien prima und irgendwie kriegen sie es mit den zwei Zitzen gebacken. Manu meldet sich immer wieder aus Australien und erzählt mir spannende Geschichten aus der großen, weiten Welt. Bald geht seine Reise nach Kalifornien und ich bin schon gespannt auf seine neuen Geschichten.

24. 03.2007
Hier könnt ihr Astrid mit einem Teil ihrer Kinder sehen. Im Moment sind noch 4 Stück zum abgeben. Sollte jemand in Deutschland noch ein "Osterhäsle" für ein Kind suchen, so könnt ihr euch bei uns melden. Wir werden am Karfreitag nach Deutschland kommen, und könnten die Häslein mitbringen. Da wir allerdings auch hier Interessenten haben, solltet ihr euch bald melden.

18.03.2007
"Der Schrei des Garuda", so heißt das Buch von Ulli Olvedi, das ich gerade lese. Das Buch zeugt von der tiefen geistigen Weisheit der Autorin, deren Gebiet der Buddhismus in verschiedenen Aspekten ist. (Näheres dazu auf ihrer homepage unter ulli olvedi). Der Buddhismus ist nicht mein persönlicher Weg zur geistigen Welt, gleichwohl ich viel Achtung vor dem jahrtausendealten Wissen dieser Religion empfinde. Letztendlich ist es nicht wichtig, welche Mittel wir wählen, um uns die geistige Welt und damit den Zugang zu uns selbst zu erschließen. Wichtig ist, dass wir erkennen, dass wir alle aus Geist, Körper und Seele bestehen, und keiner dieser Aspekte vernachlässigt werden sollte. Um gesund zu werden und zu bleiben, bedarf es der Pflege all dieser Bereiche, die nicht trennbar sind. Leider haben wir in unserer westlichen, materiellen Welt vieles vergessen und verdrängt. Meine eigene, tiefste Überzeugung ist jedoch, dass es nun an der Zeit ist, sich wieder vermehrt der spirituellen Welt zuzuwenden. Mein eigener Zugang zu diesem, nicht mit dem Auge sichtbaren, aber dennoch gleichwertig existierenden Teil unserer Welt, sind die Hilfsmittel des Schamanismus. Mit Begeisterung beobachte ich jeden Tag, wie sich Kreise der Erkenntnis, der Erfahrungen und des Verständnisses schließen. Ich wünsche allen Menschen, dass sie einen Weg zu ihrem eigenen Selbst und damit tiefes Verständnis für alle anderen Wesen dieses Planeten finden.

17.03.2007
Trotzdem, dass es heute nacht etwas geschneit hat, kündigt sich der Frühling deutlich an. Die Kraniche sind am See gelandet, die Tiere fangen an, ihren Winterpelz abzustoßen, und die Schneeschmelze hat vor ein paar Tagen eingesetzt.
Holger ist wie jedes Jahr um diese Zeit mit den Anträgen für die unterschiedlichsten landwirtschaftlichen Beiträge beschäftigt. Es gibt bspw. Eustöd oder Nationalstöd. Die Schweden sind um jeden Bauern froh, der mit seiner Landwirtschaft dazu beiträgt, Wiesen und Ackerland zu erhalten. Innerhalb von nur 50 Jahren hat der Wald sich alles zurückgeholt, was die Bauern früher sich mit harter Arbeit abgetrotzt hatten. Berge von Steinen zeugen auch auf unserem Grundstück davon, wie schwer es war, aus unbewirtschaftetem Land Ackerland zu machen. Unser Weideland hier im Dorf beträgt mittlerweile 9 Hektar, was bedeutet, dass wir mehr oder weniger alle noch existierenden Weiden in Östra Näsberget erhalten.
Unsere Jungs bereiten sich derzeit in der Schule auf den Wechsel auf die Zentralschule vor. Dafür werden unterschiedliche Tests gemacht, die dann in einem Punktesystem bewertet werden. Sinn und Zweck ist es, der Lehrerschaft an der neuen Schule einen Einblick auf den jeweiligen Stand der Schüler/innen zu gewähren. Noten gibt es derzeit bis zur 9. Klasse (mit welcher die Gesamtschule endet) nicht. Allerdings strebt die neue Regierung eine Änderung des Benotungssystems bis in ca. 2 Jahren an. Mit dem Übergang auf die Zentralschule kommt dann auch eine zweite Fremdsprache hinzu, die Wahlweise französisch, spanisch oder deutsch sein kann. Jonathan und Lukas haben sich für spanisch entschieden. Sie freuen sich schon auf die neue Schule, wo es keine "kleinen Nervensägen" mehr gibt. Ich hoffe, dass sie auf nicht allzuviele "große Nervensägen" treffen.

09.03.2007
Und was gehört zur nahenden Osterzeit?
Hasen und Lämmer!

 

07.03.2007
Meine Schwester hat mir erzählt, dass Schw.Gmünd zur Umweltstadt wird. Das bedeutet, dass Autos mit einem bestimmten Alter, sprich Ko2Ausstoss, nicht mehr durch Gmünd fahren dürfen. Auf meine Frage, wo diese denn dann fahren sollen, stellte sich heraus, dass die ( ich auch, wenn ich nach Deutschland komme)z. Bsp. über Waldstetten fahren müssen. Schön für die Waldstettener! Das nenne ich mal einen possitiven Beitrag zum Umweltschutz. Da muss ich doch einen Witz loswerden, den ich vor Kurzem gelesen habe:
Fragt ein Planet die Erde, wie es ihr gehe."Gerade nicht so gut", antwortet die Erde. "Ich habe einen homo sapiens.""Mach dir nichts draus,"antwortet der Planet, "das geht auch vorbei!"

Bild links: Winterzauber - Bild rechts: Wintersport

Winterzauber Wintersport

Bild links: Lea und Nora - Bild rechts: Tim, Lea und Helena

06.03.2007
Ja, ihr dürft es ruhig glauben, ich bin wieder da! Ich war allerdings nicht im Urlaub. Wiedermal wars der Computer, der uns den Dienst verweigert hat. Wobei ich gestehen muß, dass ich Zwangspausen, unabhängig in welchem Bereich, immer wieder als wohltuend empfinde: do woiß mr doch was mr hodd.
Anknüpfend an die letzte Eintragung muß ich korrigieren, dass die 2 Mädels ein Junge und ein Mädchen sind. Mittlerweile sind alle Zicklein geboren. Anni unsere Zwergziege bekam auch Zwillinge, von denen leider eines starb. Lina bekam als Letzte vor 2 Wochen ihr Mädchen. Abends um halb zehn bei -23°. Wir beschlossen abzuwarten, wie es sich entwickelt. Am nächsten Tag zeigte sich , dass die Kleine so viel Energie für die Kälte verbrauchte, dass sie zu schwach zum Trinken war. Als sie mit angefrorenen Ohren im Stall lag, beschloss ich einzugreifen. Ich holte sie ins Haus, wickelte sie in eine Decke und flößte ihr mit einer Spritze Milch, die ich von Lina gemolken hatte ein. Am Abend entwickelte sie ein bißchen Eigenwärme. Nora mußte auch mithelfen. Sie übernahm das Abschlecken nach dem Füttern und leistete auch nachts Gesellschaft. Ich stellte mir den Wecker, um die Kleine auch nachts regelmäßig zu versorgen. Am 3. Tag begann ich , Lea zu den Stallzeiten mit in den Stall zu nehmen, damit sie den Anschluß an ihre Mutter und die anderen Tiere nicht verlor. Gottseidank stiegen die Temperaturen wieder und für Tier und Mensch wurde alles wieder leichter. Die Kälte, verbunden mit Wind und Feuchtigkeit, ließ alles erstarren. Selbst im Haus hatte man das Gefühl, sich ständig warmhalten zu müssen. Die Stalltüren blieben geschlossen, und die Tiere lagen den größten Teil des Tages, um Energie zu sparen. Jetzt begann die schöne Zeit mit den Zicklein. Sie springen und tollen, keine Tür ist ein Hindernis und alles muß beknappert werden. Lea ist wieder ganz zu ihrer Mutter gezogen und mischt mittlerweile auch gut mit. Wir müssen nur noch 4-5 mal am Tage dabei helfen, dass sie an Linas Euter trinken kann.
Die Zickleingang besteht aus:Alma, Bubi, Trixi, Rosalie, Olga und Lea.

Zicklein

linkes Bild: Rosalie, Olga, Alma und Bubi -rechtes Bild: Lea und Veronika


07.02.2007
Eine Sache hat sich in Wohlgefallen aufgelöst: Polli hat gestern abend 2 süße Mädchen bekommen. Wir hatten ein bißchen Angst, dass es zu kalt ist, da das Thermometer heute Nacht auf - 20 Grad gesunken ist. Die Mädels habens aber gut überstanden und machen einen fiten Eindruck.


links im Bild Polli, rechts ihre Mutter Ruth




06.02.2007
Was ist wahr, was scheint wahr zu sein, was ist eine Wahrheit und wiederum doch nicht? Im Tarot gibt es eine Karte, die der Gehängte heißt. Steht die Welt auf dem Kopf oder steht sie nur auf dem Kopf für denjenigen der kopfüber hängt? Steht nicht mindestens ein Teil der Menschheit auf dem Kopf, wenn man die Erdkugel im gesamten betrachtet? Aber welcher Teil? In Östra Näsberget bin jedenfalls ich diejenige, die im Moment nicht so recht weiß, ob sie auf dem Kopf steht, oder die Welt. Gattel hat ihr Nest verlassen, und sich dann doch wieder auf ihre Eier gesetzt. Anni und Polli zeigen seit Tagen Anzeichen der nahenden Geburt, haben aber noch keine Jungen bekommen. Der Winterfrühling hat begonnen, es ist aber saukalt draußen. Jonathan und Lukas sind unglaublich goldig in ihrer Art, haben aber eine Stinkwut in sich. Tim sieht aus , wie ein Unschuldsengel, und intrigiert unwahrscheinlich raffiniert. Ist er behindert oder nicht? Alle sind sich einig, keine Antwort zu haben. Ist es Zeit den Job zu wechseln, oder können wir die Wogen glätten? Noch wissen wir es nicht. Ich besitze einen Kopf, bin aber im Moment kopflos. Lassen wir die Zeit für uns arbeiten!

04.02.2007
Die Bilder sind jetzt weg. Dafür können wir Bilder zwischen den Text legen. Das werden wir demnächst austesten. Für unsere neue homepage brauchen wir noch etwas Zeit, aber schließlich will Gutding Weile haben. Dafür könnt ihr jetzt in den Eintragungen wieder zurückgehen bis zu den Anfängen im Jahr 2005. Vergangenen Monat hatten wir mit 466 Besuchen unserer Seite eine Rekordzahl erreicht, die uns sehr freut.
Was gibts Neues? Die Sonne scheint, der Schnee schmilzt. Wahrscheinlich gibt es aber ab heute Nacht wieder Minusgrade. Die letzten Nächte um den Vollmond herum waren faszinierend, wie immer, wenn es im Winter klar ist. Der Mond erhellt alles und der Schein spiegelt sich im Schnee wieder. Übrigens für alle, die denken Schweden sei so dunkel:bis halb fünf ist es mittlerweile abends hell. Wenn man dann noch an die herrlichen Sonnenuntergänge denkt, die sich uns oft bieten... Selbst mein Vater, der nun schon seit 2,5 Jahren hier wohnt, konnte seinen Blick, als er mit meiner Mutter zum Kaffee hier war, nicht vom Horizont wenden.
Wie es aussieht hat Gattel, unsere Ente, ihr Nest aufgegeben. Eigentlich wäre es jetzt Zeit für die Küken gewesen. Da Gattel aber viel zu früh zum Brüten begonnen hat, konnten sich die Kleinen doch nicht entwickeln. Auch eine Begleiterscheinung der Klimaveränderung!
Ich möchte hier noch 2 Buchtips für Leute, die sich für Schamanismus interessieren, loswerden:
Georg O.Gschwanderl- Auf den Spuren des Geisterjaguars (ein authentischer Erfahrungsbericht) 3-8334-5211-0
Georg O.Gschwanderl- Schamanische Wege zur Mitte (ein Praxisbuch für schamanische Reisen) 3-939972-02-0
Ich finde, dass das Praxisbuch das Beste seiner Art ist, das im Moment auf dem Markt erhältlich ist.

31.01.2007
Mein alter Kampfgeist steckt immer noch in mir. Das konnte ich zur Abwechslung wieder mal spüren, nachdem das Treffen in der Schule, das alle paar Wochen stattfindet, um sich über Tims Entwicklungsstand auszutauschen, auf ein Niveau herabsank, dass es schon fast weh tat. Natürlich gibt es eine längere Vorgeschichte, die hier zu weit führen würde. Es sei nur soviel gesagt, dass ich in der Schule anmerkte, dass Tims Kleiderverschleiß für meinen Geschmack zu hoch ist. Nun haben wir für Tim eine Wärmehose Jakooversand), die wir super finden, weil robust und warm. Diese Hose und Tims Gießweinhausschuhe wurden zum Mittelpunkt unseres Gespräches. Anmerkung der Lehrerin: es gibt doch heute so nette Kleider, es ist für ein Kind mit Funktionsstörungen schädlich eine solche Hose zu tragen, auch wenn das Kind seine Hose mag.( Helena trägt übrigens die gleiche Hose). Das war denn auch inhaltlich, was ich mit nach Hause nahm. Klar ist für uns, dass wir uns auf keinen Fall unterkriegen lassen und hier, wie schon in Deutschland praktiziert, innerhalb der Familie entscheiden, was richtig und was falsch ist, unter anderem auch die Kleidungsfrage. Die Provinz läßt grüßen.
Nachdem wir dann gestern abend erfuhren, dass auch unsere Chefin an die Grenzen eingefahrenen Provinzdenkens kam, und eine neue Arbeitsstelle antreten wird, nicht ohne sich für unsere "Einzigartigkeit als Familienheim und unseren Kampfgeist" zu bedanken, werden wir sehn, ob die Zukunft wieder Veränderungen bringt, oder nicht.(Bei weniger progressivdenkenden Menschen findet unser Kampfgeist vielleicht nicht gleichen Anklang) Für alle Fälle ziehen am Horizont jedoch schon neue Ziele auf.

26.01.2007
Genau 26 Jahre ist es her, dass ein kleiner Junge geboren wurde, der etwas zerdrückt in die Welt schaute. Während der Geburtsphase erzählten wir uns mit der Hebamme Witze. Vielleicht liegt es daran, dass alles ein bißchen fröhlicher wird, wenn Manu auftaucht. Im Moment tummelt er sich in Australien, wo es sicherlich wärmer ist, als in Schweden. Mit im Schnitt -15, bei uns z.Teil -18Grad habe ich diese Woche schon manchmal das Genick eingezogen. Ab -20 Grad müssen die Kinder in der Schule nicht mehr auf den Schulhof gehn, wenn Pause ist. Das hatten wir einmal diese Woche in Malung. Wir in Östra Näsberget haben es immer ein bißchen wärmer, weil es in Malung durch den Fluß kälter wird.
Heute morgen brachten sie im Radio eine Meldung, dass sich in Umgebung Ö. Näsberget ein einsamer Wolf herumtreibt. Es wird empfohlen, die Hunde drinzubehalten und auch selbst nur, wenn nötig hinauszugehn. Ich halte das wieder mal für Panikmache der Wolfsgegner. Was zeigt, dass sich der Mensch immer noch nicht weiterentwickelt hat, seit die Wölfe so gut wie ausgerottet waren. Und vor allem gibt es keine Einigkeit, denn es gibt auch Menschen, die sich zusammengeschlossen haben, um die Wofspopulation zu schützen und zu erhöhen. Meiner Meinung nach sind Wölfe wildlebende Tiere, deren Lebensraum der Wald ist, und dies gilt es zu respektieren. Mit dem Wissen, dass dies auch eine Gefahr in sich birgt, muß man sich eben dementsprechend verhalten. Auch ein Wasserfall kann gefährlich werden, wenn ich mich nicht angemessen verhalte. Erstaunlich, dass der Mensch nicht begreift, dass er selbst für viele Lebewesen auch eine potentielle Gefahr darstellt.

20.01.2007
Endlich haben wir Winter. Schnee und -10 Grad sind das, was man eigentlich um diese Jahreszeit als normal bezeichnen kann. Wie lange wir diese Normalität noch erleben, wird sich zeigen. Und was in Zukunft normal sein wird, kann trotz vieler wissenschaftlicher Forschungen unterm Strich keiner sagen. Warum gerade jetzt immer in Katastrophenschlagzeilen verkündet wird, was sich schon seit Jahren anbahnt und angebahnt hat, ist für mich nicht ganz nachvollziehbar. Vielleicht wird es auch gar keine Katastrophe, sondern nur anders, als wir es gewohnt sind. Vielleicht entwickelt sich Europa oder Amerika zu einem "Dritte- Welt-Kontinent" und Länder, die schon seit Jahrzehnten gebeutelt sind verändern sich zum Possitiven? Aber wenn in Deutschland 11 Menschen bei einem Orkan ums Leben kommen, ist das mindestens dem gleichzusetzen , wenn in Afrika Tausende sterben, schließlich sind das ja nur Afrikaner, von denen ist man es ja gewohnt, dass sie sterben, wie die Fliegen. Und was tun wir für unseren Planeten, damit er nicht kolabiert? Wir? Warum wir? Wir können doch nichts tun, wir sind doch die Opfer! Die anderen sind es doch! Außerdem ist es jetzt eh schon zu spät. Oder? Meine Devise: lieber jetzt anfangen, als nie. Wie? Bei dem, was wir alle schon längst kennen und wissen, aber wieder vergessen haben, oder uns von der Konsumgesellschaft einlullen lassen. Muss es wirklich eine Plastiktüte sein? Müssen es wirklich die billigen Spielsachen aus China sein? Muss es wirklich die Kleidung aus Billigländern sein, die zudem noch mit gespritzter Baumwolle hergestellt wird, die anderen Menschen das Leben kostet, nur dass unsere Kleiderschränke zum Überquellen voll sind? Die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Wann übernehmen wir endlich Verantwortung für das, was wir tun?! Wann begreifen wir endlich, was uns die Indianer in ihren Prophezeiungen schon vor vielen Monden vorhersagten? Wann fangen wir endlich an, diesen Planeten, der unsere Heimat und unser Leben ist, pfleglich und mit Ehrfurcht zu behandeln?

15.01.2007
Der Sturm, der nach Schweden kam, hat uns gottseidank verschont. Im Süden sind 120 000 Menschen ohne Strom gewesen. Die Ursache für Stromausfall sind in den meisten Fällen auf die Leitung gestürzte Bäume. Da es gefährlich ist, bei Sturm im Wald zu arbeiten, warten die Hilfskräfte erstmal ab, bis sich das Wetter beruhigt, was bedeuten kann, dass man tagelang auf Strom warten muss.
Bei uns gab es nur starken Wind und Schneegestöber. Heute scheint schon wieder die Sonne. Wir hoffen, dass wir nicht allzu harte Temperatureinbrüche haben werden. Vor allem, weil die Tiere durch die milden Temperaturen irritiert sind und Gattel, unsere Ente viel zu früh ihr Nest gebaut hat. Zumindest sitzt sie im Stall und nicht im Freien. Unsere Ziegen werden zusehends dicker und sicherlich können wir in den nächsten drei Wochen mit den Zicklein rechnen. Meine Lamas werden zusehends zutraulicher und es ist eine wahre Freude mit ihnen zu arbeiten. Laila, durch ihre Eifersucht getrieben, sucht verstärkt meine Nähe, wenn ich mich im Stall aufhalte.
In der Bücherei habe ich mir einen dicken Schmöker über Ökohäuser und umweltfreundliche Baumaterialien ausgeliehen. Dabei ist mir wieder richtig bewußt geworden, mit wieviel Giften, Chemikalien und ungesunden Stoffen wir uns umgeben. Und das, obwohl es gute Alternativen gibt. Wußtet ihr bspw., dass es für Abdichtungen an Fenster und Türen Korkpaste gibt, und es nicht notwendig ist, die chemischen Schäumer einzusetzen? Ich bin manchmal auch nicht recht gescheit. Um ein Haar hätten wir unser Obergeschoss mit polnischer Steinwolle isoliert, weil wir die geschenkt bekamen. Dabei gibt es Schafwolle, die genauso zu Platten verarbeitet ist, wie das ganze umstrittene Isoliermaterial, nur halt gesünder. Wir haben Glück, dass unser Haus ein Blockhaus ist, das so alt ist, dass keine schädlichen Materialien darin verarbeitet wurden. Und so soll es auch bleiben! Wer sich interessiert, das Buch wurde in Deutschland verlegt: Ökotest- ökologisch bauen und wohnen/Könemannverlag 2000 (ich weiß nicht, ob der deutsche Titel identisch ist).
Eine andere Sache, mit der ich mich gerade ein bißchen beschäftige, ist unsere geplante Deutschlandreise an Ostern. Ich hätte ja nicht gedacht, dass wir jemanden finden, der unseren Hof für ein paar Tage übernimmt. Astrid machts möglich! Nach drei Jahren ist das schon eine spannende Geschichte. Da wir fünf Menschen sind, werden wir einen Plan entwerfen, was wir in der Woche, die uns zur Verfügung steht, unternehmen werden, sodass für jeden und jede etwas dabei ist. Wieder einmal ist Prioritätensetzen gefragt, aber darin sind wir geübt.

10.01.2007
Heute waren wir nicht sonderlich fit. Schuld war eine Maus. Heute Nacht um halb drei wachte ich auf, weil eine Murmel über den Holzboden kullerte. Im Halbschlaf überlegte ich, ob das Setos, unser Kater sein könnte. Ich verwarf es wieder, weil ich wußte, dass wir Setos in der Küche gelassen hatten und die Türe geschlossen war. Da wurde ich hellwach. Wer bitte spielte mitten in der Nacht Murmeln in unserem Zimmer? Eine freche, kleine Maus. Nachdem ich Holger geweckt hatte, meinte er, wir sollten Setos holen. Nora und Setos warteten schon an der Türe, als ob sie über alles Bescheid wüßten. Nora ließ sich neben mein Bett plumpsen, und Setos ging auf Jagd. Ich löschte das Licht. Keine zehn Minuten später war von der Maus nur noch die Galle übrig. Ihr findet mich brutal? In keinster Weise! Ich mag Mäuse gerne und kreische auch nicht, wenn ich eine treffe. Das passiert auf unserem Hof öfters. Wer aber weiß, wie Mäuse sich im Schneeballsystem vermehren, der weiß auch, dass das in einem alten Haus richtig zur Plage werden kann. Ich habe Setos schon oft für seinen Jagdeifer gelobt. Und als Helena heute Abend angeknapperte Schokolade auf ihrem Nachtkästchen fand, wollte sie auch nicht mehr, dass eine Maus unser Schlafzimmer mit uns teilt.

06.01.2007
Und nun die Nachrichten mit den neuesten Meldungen aus Östra Näsberget:
Sylvester hatten die Benschings einen gemütlichen Abend, und um zwölf konnten die Östra Näsbergler ein kleines Match mit den Västra Näsberglern um die lautesten und meisten Knaller austragen. Antonia Bensching vermisste die Kirchenglocken, die das neue Jahr einläuten sollten. Spontan plante sie, eines Tages gemeinsam mit ihrem Mann, Holger Bensching, ein Glockentürmchen zu bauen, und damit die Sache selbst in die Hand zu nehmen.
Manu begab sich auf Weltreise, die ihn in drei Kontinente führen wird.( Nicht ohne gedanklich von seiner Mutter verfolgt zu werden). Simon ist gestern abend wieder wohlbehalten in Deutschland eingetroffen, nachdem er auf dem Flugplatz in Zürich gnadenlos von einer Engländerin zugetextet wurde. Es gab keine Verletzten.
Zwei Tage lang hielten sich zwei junge Frauen aus Uppsala auf dem Lamahof auf, um vor Ort das Leben der Benschings zu erforschen.
Am Freitag trafen sich die Lamahalter Bensching und Kohout mit einer deutschen Lamakundigen, um Erfahrungen auszutauschen.
Am Sonntag wird, mit dem Eintreffen des Jungen Tim, wieder der Alltag, nicht ohne Bedauern bezüglich der angenehmen Tage, auf dem Hof der Familie Bensching einkehren.
Und nun das Wetter: wechselhaft, feucht, neblig, dazwischen sonnige Tage mit Hochdruck, insgesamt zu warm und schneelos. Weitere Aussichten: unbeständig.

 

 
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